Recap: The Underachievers live in Leipzig

23.März 2016, Farid

Sorry,

 

aber jedes mal wenn mir der Begriff „Playback“ durch den Kopf geht, muss ich an meine Kindheitsliebe Marijke Amado denken. Was die alte Schnapsdrossel wohl jetzt macht…?

Aber dazu später…

 

Vielleicht bin ich ja zu alt, oder einfach noch nicht alt genug, oder zu unwissend, aber wenn die Kids, Dienstags, gegen frühabendliche 8 Uhr sich von DJ Powers epileptisches Peak-Time Billo-Trap Geballer als Warm Up geben müssen um darauf hin gewiesen zu werden, dass anscheinend jemand gleich auf die Bühne kommt, fühlte sich das für uns eher wie ein unfreiwilliger Einlauf an. Also lieber Bier..

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Aber wenn ich gegen neun, zu einer Uhrzeit, zu der ich mir normalerweise zwei bis vierunddreißig Sterni in den Rachen stelle, mein warmes Fünf-Euro-Plastikbecherbier von irgend einem fünfzehnjährigen Kasper aus der Hand schlagen lassen muss, während Flatbush´s Underachievers todesgelangweilt die Bühne betreten, um dann noch gelangweilter einen Song nach dem anderen runterzureißen, ja dann freut man sich doch, wenn es bald wieder vorbei ist. Aber zumindest diesen Gefallen haben die beiden mir getan. Kurz vor zehn war der ganze Spaß nämlich auch schon wieder vorbei. Hätte man eigentlich auch noch mal zum Rewe gehen können.

 

Gut, man könnte positiv erwähnen, dass die Quote zwischen Mann und Frau doch sehr ausgeglichen war, was für ein Rap Konzert ja eher untypisch ist. Oder dass die Apple-Watch von Issa Gold sicherlich paar gute Kardiowerte zu verzeichnen hatte, denn getobt haben die beiden schon. (ja, das geht auch gelangweilt) Nur reicht das leider nicht, wenn die Playback-Vocal-Line lauter ist als die zwei New Yorker zusammen.

Es ist eine so häufig praktizierte Live-Methodik von so unfassbar vielen Ami-Acts und mittlerweile auch einigen deutschen Rap-Künstlern, sich nicht nur Hook sondern die kompletten Verses vom Playback ab zu sichern, dass überhaupt keine Peinlichkeit oder Diskussion mehr darüber herrscht. Rapper sind nur noch Hoster ihrer eigenen Songs. Dafür geh ich aber nich auf ein Rap-Konzert, dafür geh ich nicht mal in einen Club. Nimm einen Beat and the fckn Mic und spit deine Texte so souverän du nur kannst der Crowd ins Gesicht. Dann brauchste auch nich rumhüpfen wie ne Kinderturngruppe.

Versteht mich nicht falsch, ich feier die Jungs. Gute Rapper, Gute Beats, Gute Songs. Nur dann eben doch eher auf Platte als Live.

 

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Trotz alledem, Gruß und Dank an die Location Täubchenthal, welche regelmäßig interessante Acts an den Start bringen. Kann ja keiner im Vorfeld wissen, wie die Acts performen oder ob das überhaupt die Kids stört oder nur uns hängengebliebene Rap-Nerds.

 

Am Ende war es dann doch noch ein ganz netter Abend, da wie zu erwarten das Sterni vor und nach dem Konzert vorzüglich geschmeckt hat.

 

Rest In Beast-Coast ihr Lappen…