Interview: Fatoni über „Yo Picasso“, das Leben als Vor-Act und Cliché-Gymnasiasten

01.März 2016, Farid

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Fatoni, die alte Hit-Maschine (wer hätte gedacht, dass man Fatoni und das Wort Hit-Maschine mal in einem Satz verwenden kann) kommt gut rum. Der gebürtige Münchner ist mit seiner „Yo, Picasso“-Platte auf Tour, zwar nicht auf seiner eigenen, aber zumindest als Voract auf der von Fettes Brot. Im Rahmen des Leipzig-Stops konnten wir ihn mit DJ V-Raeter abgreifen, um ihn zur Zusammenarbeit mit Dexter, zur Platte, und zum schwierigen Los eines Voracts zu befragen. Auf Grund technischer Unzulänglichkeiten und persönlichen Konzentrationsaussetzern meinerseits, gibt es das ganze heute mal in Schriftform und nicht im gewohnten Bewegtbild. Kann euch allen aber auch nicht schaden, mal wieder paar Zeilen zu lesen! Let´s go!

 

Wasrap: Bevor wir zu all dem kommen, was uns sonst so brennend interessiert, kommen wir erst einmal zu deiner Chartplatzierungsnummer 23.

 

Fatoni: Ja, wobei das jetzt ja auch schon ‘ne Woche her ist. Habe heute erfahren, dass wir in der zweiten Woche auch noch in den Charts sind. Auf Platz 83. Aber das ist eigentlich wirklich irrelevant.

 

Wasrap: Macht das irgendetwas in dir? Freust du dich mehr, wenn du gechartet bist?

 

Fatoni: Ne, tatsächlich sogar weniger als ich vorher gedacht hätte.

 

Wasrap: War dir im Vorfeld mit Platinproduzent Dexter schon klar, dass „Yo, Picasso“ erfolgreicher wird als deine Releases zuvor?

 

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Fatoni: Ja schon, aber nicht, weil Dexter ein Platinproduzent ist, sondern weil wir da schon voll lange dran saßen und uns Mühe gegeben haben. Die letzten Platten hatte ich ja auch oft verschenkt, daher kann man den Erfolg wohl auch nur an etwas anderem messen. Aber von der Kritik und den Reaktionen ist die Platte noch erfolgreicher als die letzten Sachen, das stimmt schon.

 

Wasrap: Warum hat es denn letztendlich so lange gedauert?

 

Fatoni: Naja, also insgesamt saßen wir drei Jahre. Wir haben aber ja nebenbei noch ganz viele andere Platten gemacht in dieser Zeit. Wir saßen da also nicht jeden Tag dran. Aber das war gut, dass wir uns mehr Zeit gelassen haben. Ich hab ‘ne Platte mit Edgar Wasser gemacht, ich hab zwei EP´s in der Zeit gemacht, er hat ‘ne Platte mit den Betty Ford Boys gemacht und sein Dexter Album. Es lag also eher daran, dass wir noch andere Sachen gemacht haben.

 

Wasrap: War das Konzept vielleicht auch, sich bewusst mehr Zeit zu lassen, um am Ende noch besser abliefern zu können?

 

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Fatoni: Ja, naja ich hab mir schon gedacht, wenn ich ‘nen Classic mache, dann jetzt. Es kamen in letzter Zeit auch viele Platten raus von Leuten, die ich kenne, bei denen ich mir dachte, krass, das sind deren besten Alben. Die haben sich Mühe gegeben. Und das wollte ich dann eben auch machen. Ich hab mir halt auch Classic-Alben als Vorbild dafür genommen.

 

Wasrap: Hast du dir auch im Vorfeld überlegt, was macht eigentlich einen Classic zum Classic oder war dir schon klar in welche Richtung du gehen willst?

 

Fatoni: Es ist jetzt nicht so krass konzeptionell und durchdacht, aber ich habe zumindest meine Klassikeralben gehört und beispielsweise gedacht, dass fast keine Features drauf sind. Also wollte ich auf jeden Fall keine Features drauf haben.

 

Wasrap: Um beim Thema Features zu bleiben. Du hast mit Kryptic Joe ein Deichkind-Original auf deinem Album, welche das einzige Feature ist. Als erstes Mal, warum? Warum er und warum gerade mit ‘nem doch sehr trappigen Song?

 

Fatoni: Also eigentlich gab‘s bis auf, dass Dexter einmal selber rappt kein Feature. Aber dann hatte ich diesen Song und dachte mir, da müsse noch irgendjemand mit drauf. Das war mir halt wichtig und ich wollte halt niemanden, mit dem man rechnen könnte oder der zu offensichtlich ist. Wir hatten uns halt kennengelernt, dann hab ich ihn angerufen, ihm das ganze geschickt und fertig. Den Krytik Joe hab ich halt kennengelernt durch den Song mit Fettes Brot. Auf dem ist er halt drauf und der Felix von Kraftklub und da haben wir uns eben gut verstanden. Dann hab ich ihm kurz danach auch gleich geschrieben: „Ey ich hab hier noch ‘nen Song“ und dann hat´s geklappt.

 

Wasrap: Um mal auf den Titel deiner Platte zurückzukommen. Das Bild „Yo, Picasso“ hat Picasso mit 19 Jahren als Selbstbildnis gedroppt. Ist diese Platte auch ein Selbstbildnis von dir oder spiegelt sie einfach den jetzigen Zeitgeist wieder? Ist das ‘ne Platte, die dich komplett als Mensch repräsentiert?

 

Fatoni: Ich glaube schon mehr als andere Platten. Nicht für immer vielleicht, aber ich glaube auf keinen Fall, dass es eine Zeitgeistplatte ist. Also, wo wir schon über Klassikeralben gesprochen haben, ich wollte schon, dass es zumindest deutschlandweit eine zeitlose Platte ist, die man noch in paar Jahren hören kann. Das wäre geil.

 

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Wasrap: Mit dem Selbstbildnis und dem Titel „Yo, Picasso“ hast du dir ja ein Genie auf die Platte geholt. Inwieweit ist das ernst gemeint?

 

Fatoni: „Yo, Picasso“ heißt ja „Ich, Picasso“, und natürlich ist es eine Art des Posens. Also, es ist auf jeden Fall eine Ansage. Picasso ist halt der bedeutendste Künstler unserer Zeit.

 

Wasrap: Hast du ein Kunstverständnis mit welchem du Gemälde bewerten kannst?

 

Fatoni: Ja ne da müsste ich jetzt lügen. Was ich halt geil finde ist, mit Picasso verbinden halt alle einen ganz anderen Style als dieses Bild. Weil er da eben so jung war und als er alles revolutioniert hat, hat er ja auch voll anders gemalt. Dieses Gemälde ist einfach noch in einem anderen Stil. Es gab auch so absurde Kommentare im Internet, die nicht einmal gegooglet haben. Ich hab auf Facebook ‘ne Nachricht bekommen von so einem Menschen, der meinte, dass es schon sehr armselig wäre, wenn man sich wie ein Künstler nennt, jedoch nicht mal Picasso von Monet unterscheiden kann. Das ist so geil, wenn die Leute sich nicht informieren. Und das gefällt mir auch, dass eben dieser einzigartige Picasso-Style ein anderer ist, als der, den er bei diesem Bild verwendet hat. Das war wohl auch das erste Bild, was er mit Picasso unterschrieben hat. Ich hab dann so pseudomäßig Parallelen zu mir gezogen und dachte mir dann: ja, das passt.

 

Wasrap: Wie ist es eigentlich auf Dexter-Beats zu schreiben? Wie viele Beats hat er dir über die Zeit eigentlich geschickt?

 

Fatoni: Also, da das ja über mehrere Jahre ging, waren es viel mehr als dreißig. Dadurch, dass wir von vorneherein gesagt haben, wir machen die Platte zusammen, hab ich nicht nur die Vorauswahl bekommen, sondern war auch mal bei ihm und hatte dadurch komplett den Zugang zu allem. Dann haben wir auch zusammen gearbeitet. Ich hab mir Beatgrundgerüste gepickt und hab dadrauf was geschrieben. Dann hat er währenddessen an denen weiter geschraubt. Es waren auf jeden Fall viel mehr als dreißig Beats, eher so um die hundert.

 

Wasrap: Hatte ein Dexter Mitspracherecht darauf, welche Tracks genommen werden und welche nicht?

 

Fatoni: Ja auf jeden Fall hat er Mitspracherecht. Deshalb heißt es ja auch Fatoni und Dexter. Aber er hat da auch viel mir überlassen. Er hat nie gesagt, er hätte da Vetorecht und das und das kommt nicht mit drauf. Das war schon viel meine Entscheidung. Aber es sind schon paar hinten runter gefallen. Es waren zwar insgesamt keine hundert, aber vielleicht zwanzig.

 

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Wasrap: Wenn man sich die einzelnen Tracks der Platte anguckt, ist 32 Grad ja der, der wohl am meisten polarisiert. Hast du im Vorfeld gezweifelt, ob man so einen Song überhaupt bringen kann und dann auch noch mit so einem Video?

 

Fatoni: Also ich hab in erster Linie mir voll viele Gedanken darüber gemacht, wie ich einen Song darüber machen kann und dann habe ich aber auch keinen Moment daran gezweifelt, weil ich es für mich nur so angehen konnte. An dem Video habe ich schon krass gezweifelt. Da haben wir oft überlegt, ob wir das so machen können bzw. dürfen und dann habe ich es einfach gemacht.

 

Wasrap: Ihr habt das Video ja in Griechenland gedreht, war da Dexter eigentlich mit?

 

Fatoni: Dexter war nicht mit. Er ist ja auch immer noch ein vielbeschäftigter Mensch. Er war in der ganzen Promo und in den Videos, außer in dem, in dem er selber rappt, gar nicht in so viel involviert.

 

Wasrap: Entstand der Track, weil er tagesaktuell sehr gut passt, oder weil du schon länger generell zu diesem Thema einen Track schreiben wolltest?

 

Fatoni: Ich wollte auf jeden Fall unbedingt über das Thema schreiben, das war mir schon ein Anliegen. Eigentlich auch schon zu einer Zeit, zu der das Thema noch nicht ganz so omnipräsent war. Ich hab das vor knapp anderthalb Jahren geschrieben und dachte mir, das ist eines der wichtigsten Themen. Es sterben einfach sehr, sehr viele Menschen im Mittelmeer. Nicht, dass es zwar das besser machen würde, wenn man was dazu sagt, aber wenn man gar nichts dazu sagt, dann könnte ich für meinen Teil da nicht wirklich mit leben.

 

Wasrap: Funktionieren solche Themen auf so großen Shows wie du sie zurzeit spielst?

 

Fatoni: Ich habe den Song heute zum ersten Mal überhaupt gespielt und ich glaube, es hat ihn keiner gecheckt. Es ist natürlich auch das Ding, dass wenn ihn keiner kennt und man ihn in so einer Livesituation zum ersten Mal hört, die Leute nicht exakt genau zuhören wie bei ‘ner Platte. Also ich fand‘s schwierig heute. Ich halt‘ auch live keine politischen Reden. Ich glaub daher nehmen mich die Leute auch so, wenn sie mich zum ersten Mal hören, nicht als politischen Künstler war.

 

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Wasrap: Zu dem Song Semmelweiß Reflex würde mich interessieren, wie du überhaupt auf das Thema gekommen bist?

 

Fatoni: Ich habe irgendwann mal die Geschichte über diesen Typen gelesen und das hat mich nie mehr losgelassen. Über Jahre noch, seit über vier bis fünf Jahren. Ich wollte für dieses Album schon Themen, die sonst keiner anspricht. Nicht, weil sie sonst keiner anspricht, sondern um sich eben nicht – wie oft bei anderen Rappern – in seinen Inhalten zu beschränken. Wenn man sich lange genau überlegt, wie man es angeht und sich Mühe gibt, dann kann man über alles schreiben, auch bei ‘nem Rapsong. Ich hatte einen bestimmten Anspruch auf dem Album an Texte und dem wollte ich eben gerecht werden.

 

Wasrap: Du hast ja auch oft sehr komplexe Videos, in denen zum Teil auch professionelle Schauspieler zu sehen sind. Schreibst du am Drehbuch mit und gibt es eine Art Casting?

 

Fatoni: Ich würde gern sagen, ich mache alles selber aber das stimmt nicht. Ich hab schon mit relativ vielen Leuten Videos gemacht und bin da auch stark involviert und schreibe bei Projekten mit, aber es kommt nicht jede Idee von mir. Und ich caste die Leute nicht, denn dadurch, dass ich das selber mache, kenn ich einfach schon viele Leute und kann dann auf die zugreifen. Die haben dann ja auch Bock, weil wir uns kennen und da hab ich auch wirklich Glück.

 

Wasrap: Du bist früher auf die Hauptschule und auf die Waldorfschule gegangen, du wirkst von deiner Eloquenz aber eher wie ein Gymnasiast. Hast du dich früher schon über die Musik versucht davon abzugrenzen?

 

Fatoni: Ich habe niemals rüberkommen wollen wie ein Gymnasiast. Ich hab aber schon immer mit Gymnasiasten abgehangen und die andern beiden von Creme Fresh waren schon die straighten Cliché-Gymnasiasten. Aber glaube gar nicht wie so der klassische Gymnasiastenknabe zu wirken. Oder ist das immer noch so? Ich mach halt keinen Straßenrap, versuche aber trotzdem nicht so in die Schubladen reinzukommen.

 

Wasrap: Kann man als Münchener Blumentopf noch geil finden?

 

Fatoni: Ich hab ehrlich gesagt die letzten Alben nicht gehört, deswegen kann ich dazu so genau nichts sagen. Aber es ist ja auch so, wenn man mit Leuten abhängt, die haben uns ja auf Tour mitgenommen, dann hört man die Musik anders. Ich finde es schwierig, dass wenn man Leute so gut kennt, dieses Fantum aufrechtzuerhalten. Ich hab die als Jugendlicher halt krass viel gehört. Manchmal muss ich alte, oder auch aktuelle Helden gar nicht kennen lernen. Viele wollen die Leute kennen lernen, die sie feiern aber ich denke mir immer: warum denn? Das ist doch immer voll die Gefahr, wenn die Leute dann komisch sind oder so. Nicht, dass Blumentop komisch sind, die waren tatsächlich immer voll cool.

 

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Wasrap: Ich hab euch zum ersten Mal durch Feuer über Deutschland 3 wahrgenommen. Hattet ihr als Creme Fresh damals auch das Gefühl, dass es damit so richtig losging?

 

Fatoni: Vor allem in der tatsächlich realen Szene kannte man uns dann einfach, was mir immer sehr wichtig war. Parallel dazu sind wir dann ja aber auch ein Jahr später schon mit Blumentopf zusammen auf Tour gegangen.

 

Wasrap: Um auf den heutigen Abend noch mal zurückzukommen, du spielst solo als Voract von Fettes Brot. Wie ist es für dich in solchen großen Hallen vor so vielen Leuten spielen zu können und wie ist die Resonanz?

 

Fatoni: Also wie ist die Resonanz? Hm, die Leute mögen es, die gehen schon mit aber es ist halt der ewige Kampf des Supports generell. Egal, wer vor wem Voract ist, die Leute sind wegen einer anderen Band da. Die haben oftmals gar nicht aufm Schirm, dass es da noch ‘nen Support gibt. Die denken sich, das Licht geht aus und gleich wird losgeschriehen. Ich muss die dann auch oft erst mal überzeugen. Hier kommt noch hinzu, dass Fettes Brot schon andere Musik machen als ich. Die haben schon viele Hits im Radio und so und ich komme da an und mache erst mal Rap auf Beats. Ich denke, da kommen schon viele hin, die nicht wirklich viel Rap hören. Aber es funktioniert auch ganz gut. Die haben offene Fans würde ich sagen.

 

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Wasrap: Gibt es dankbarere oder undankbarere Städte auf Tour? Was sind denn die Städte in denen sich Fatoni gerade auch auf so einer großen Show willkommen fühlt?

 

Fatoni: So genau kann man das gar nicht sagen. Das ist ja auch immer nur ein Abend. Aber hier Leipzig war schon einer der etwas schwereren Auftritt. Vorhin meinte auch einer, das wäre so richtiges Legida-Publikum. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber ich hatte zumindest das Gefühl, dass die Leute hier noch weniger Bock auf den Voract hatten. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich hab sie ja auch dann gegen Ende gehabt. In Süddeutschland hab ich‘s da schon irgendwie leichter. Ich bin gespannt auf den Rest der Tour.

 

Wasrap: Du warst mit 3Plusss auch Voract auf der Weekend-Tour. Was ist deiner Meinung nach das dankbarere Publikum? Das auf einer Fettes Brot-, oder auf einer Weekend-Tour?

 

Fatoni: Das ist schon ganz schön anders. Bei Weekend waren es halt doch eher kleinere Clubs und es ist auch ein komplett anderes Publikum. Bei Weekend sind halt schon eher Leute da, die hauptsächlich Rap hören aber dann doch noch mal anderen als meinen. Da sind ja auch wahnsinnig viele junge Leute da, bei denen es einfacher ist, die zu beeindrucken. Bei Fettes Brot sind ja auch Leute mit da, die um die fünfzig sind. Die haben JEIN gehört, als sie dreißig waren und wollen das jetzt hier hören. Die lassen sich durch ‘nen technisch guten Text und Punchlines erst mal jetzt nicht unbedingt beeindrucken, wie jemand der ein VBT Fan ist. Also man kann das nicht wirklich vergleichen.

 

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Wasrap: Wo du inhaltlich guten Rap und Punchlines ansprichst. Ich unterstell dir jetzt mal, dass du Inhalt und Wortspiel über den geileren Reim stellst. Musst du oft Kompromisse eingehen, bei denen du Reime über Bord wirfst, um deiner Story treu zu bleiben?

 

Fatoni: Ja sicher, aber das klingt ja schon so als hätte ich keine geilen Reime. Ich versuche schon mehrsilbige Reime auch am Start zu haben. Aber wenn du jetzt meinst irgendwie fünfsilbige Nomen aneinander zu reihen, ne, das muss ich mir dann doch für das Nonsens Album aufheben. Aber grad bei den Storyteller-Sachen, wie beispielsweise diesem Stalingrad Song, kann das schon mal richtig nerven. Grad wenn du schon weißt, wie der Song ausgehen soll, ist es schwierig, das in eine Rapform zu gießen und passende Reime zu finden. Da sind vielleicht sogar ein paar Kompromisse drin. Ich bin aber sonst eigentlich davon überzeugt, dass wenn man lange genug sucht, findet man immer den perfekten Reim. Ich bin mir nicht sicher, ob mir das bei jeder Zeile gelungen ist. Aber ich bin immerhin mit dem Endergebnis zufrieden.

 

Wasrap: Du kommst ja gerade durch deinen Tour-Alltag gut rum. Hast du in verschiedenen Regionen des Landes Leute kennen gelernt und gediggt, die richtig was drauf haben aber die keiner auf dem Schirm hat? Hast du paar Geheimtipps für uns?

 

Fatoni: Es gibt einfach so viel Rap mittlerweile. Wenn ich in so Mainstream-Medien-Rapper nennen soll, die in meinen Augen underrated sind, sind das für euch eher alte Hasen, wie Doz9 zum Beispiel. Wenn ich dann gefragt werde und keiner kennt ihn, bin ich der geile Nerd in deren Augen, dabei sind die einfach zu ignorant, das zu diggen, weil es ihnen sonst keiner gibt. Du musst es den Leuten ja immer geben, die finden das ja sonst nicht von alleine. Aber ich kann dir jetzt nicht den nächsten krassen Typen sagen, der Unter-Unter-Untergrund ist. Ich glaube aber, dass ich schon relativ viel mitkriege, aber es ist einfach so absurd viel. Ich kenne noch ‘ne Zeit, da kannte man gefühlt jeden Rapper, dann kam Myspace, das war dann schon bisschen anders und jetzt ist es einfach unüberschaubar. Juse Ju, ein guter Freund von mir, der sucht jeden Tag ‘nen neuen Rapper und findet auch jeden Tag ‘nen neuen Rapper. Und das ist nie wirklich whack. Vielleicht will er das nächste geile Ding finden. Aber das geht halt auch schnell, du googlest und findest so auch ganz schnell Leute.

 

Wasrap: Danke dir Fatoni, dass du für uns Zeit gefunden hast.

 

Fatoni: Ich danke euch! Es ist sehr schön, endlich mal wieder mit richtigen Rap-Nerds ein Interview zu führen und eben nicht so oberflächlich wie so oft.