Interview: Tufu zur 5 Jahre Sichtexot Tour

04.Mai 2016, B. Hemoth

Die Jüngerschaft des Sichtexotheismus hat sich die Ehre gegeben und ist zum großen Tourabschluss der „5 Jahre Sichtexot Tour“ nach Leipzig in die DHF gekommen. Alle namenhaften Hohepriester der ersten, zweiten und dritten Generation, von Tufu über Johnny Moto, Luk und Fil bis Eloquent sollten sich die Klinke in die Hand geben und eine ominöse Abschlussweihe halten.

 

 

Grund genug für das Wasrap.de Team sich das Ganze mal näher anzuschauen:

 

IMG_9595

 

Als wir um 22 Uhr die Hallen der DHF betraten war die erwartete tobende Crowd noch bei vorkonzertlichen Bier und Gesprächen, man saß draußen an der brennenden „Ghettotonne“ oder holte sich noch eine kleine Stärkung beim Bratwurststand. Bis 23 Uhr wurde die Menge kontinuierlich größer und dann sollte es auch schon losgehen.

 

Als erstes betrat überraschend Funkviertel Legende und Berliner Urgestein Sir Search die Bühne, der nach einer kleinen Ansprache ein paar ausgewählte Tracks zum besten gab, Verstärkung holte er sich hierbei in unregelmäßigen Abständen von Knowsum, mit dem zusammen er wohl auch ein Album unter dem Aka. La Bohème geplant hat, wie zur Freude der Menge bekanntgegeben wurde. Nach circa einer halben Stunde, die die, leider etwas überschaubare, Crowd brauchte um aufzutauen, ging es dann weiter mit Luk & Fil, die auf der von ihnen gewohnten inhaltlichen Metaebende sowohl alte, als auch kommende Tracks performten.

 

IMG_9570

 

Zwar nichts zum mitrappen, dafür mit Lines wie „freie Wahlen sind Tierquälerei“ und „Wenn du in den Abgund blickst, blickt er genervt an dir vorbei“ oder „berühre nicht das Aids, als wäre Mic dran“ (der Vollständigkeit halber sei darauf verwiesen, dass die wörtliche Zitierung keinen Richtigkeitsanspruch hat) immer wieder gut für einen Schmunzler.

 

Spätestens nach Tracks wie Papagei waren sowohl das Publikum, als auch die Sichtexoten nun auf Hochtouren.Als Nepumuk performte Knowsum dann noch ein paar Tracks aus dem ersten Soloalbum Genozid in A-Moll.

 

Als nächstes sollte Tufu sich die Ehre geben, der mit bekannten Battlerap Hymnen wie Todernst und Frühstück für volle Bühnenpräsenz sorgte. Sowohl Kevoe West an den Decks, der immer wieder mit Todesskill-Scratches seinen Beitrag leistete, als auch Johnny Moto als Backup-MC, der es sich nicht nehmen lies ein paar eigene Tracks von seinem Mototape weg zu spitten und hierbei in jeder Hinsicht positiv zu überraschen, lieferten hervorragende Arbeit.

 

IMG_9568

 

Richtung Ende seiner Show demonstrierte Tufu noch, dass er die letzten Jahre nicht untätig war und lieferte neustes Material mit Beats von Digitalluc und Konsorten.Dann erfolgte der schon per Facebook angekündigte Auftritt von Juju Rogers, der den krankheitsbedingt ausgefallenen Eloquent mehr als würdig vertrat.Sehr zur Freude der Menge wurden hier die meisten Tracks seines unfassbar guten Albums From the Life of a Good-For-Nothing, mit lupenreiner Bühnenpräsenz zum Besten gegeben.

 

IMG_5119

 

Abschließend sollte sich noch einmal die gesammelte Jüngerschaft auf der, nun doch etwas zu engen, Bühne versammeln.Tufu lieferte mit der Untergrundhymne Hässlon den würdigen Abschluss für einen sehr gelungenen Abend in Leipzig, dem es zu wünschen gewesen wäre, dass etwas mehr Menschen gekommen wären.

 

Aber whatever… Untergrund!