Review: Knowsum und seine Beatz

19.Januar 2015, Farid

Ob jemand einen Tausi für Knowsum´s neuestes Werk auf Albumlänge ZZZ hingelegt hat, würde mich ja schon mal interessieren. 999,99 EUR statt Name your Price hat Witz.

 

 

Der beatmakende Knowsum/rappende Nepumuk, selbstbekennender Jünger des Sichtexotheismus´, beweist mal wieder, was es zu beweisen galt: low-fi Beatz müssen nur richtig ausgetüftelt produziert sein.

 

Wenn Knowsum loslegt, hört es sich an, als hätte der verrückte Professor der Beatologie im MPC-Labor experimentiert. Seine Lieblings-Ingredienzen sind sinistere Samples im Loop, Schallplatten-Knistern, Jazzpianos, abgedrehte Filmskits und schwebende Drum Kits. Beim letzten Versuch sind mal wieder neun gewohnt abstrakte Frickeleien geglückt. Sein übernatürliches Alias Nepumuk assistierte ihm bei den Studien zu Sandmann und Opium mit trocken-humoristischem Nonsens-Rap wie schon auf malleiskeinmalimjahr und Nihilismuss Das So Sein?

 

Die Debut- Instrumental-Vinyl der Luk&Fil-Hälfte Sichtexotica I, die erste von zehn 10 inches aus dem Mainzer Hause SXT, erschienen im September 2014, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Die Vorfreude auf die nächsten neun Platten dieser Beatreihe ist groß, bisher gibt es dazu keine weiteren Ankündigungen im Netz. Beim ausgekoppelten Sorry, something went wrong plus dazugehörigem Video lohnt das Hören und Sehen definitiv auch noch ein Quartal später – genauso wie beim ganzen Album.

 

 

 

 

 

 

 

Seit EINS (August 2013), Zwei (Juni 2014) und wellenform wird berechnet (September 2014), schafft es Knowsum, einen atmosphärischen, für ihn distinktiven Stil zu prägen und zu raffinieren, der sich mit den Attributen futuristisch, experimentell am treffendsten beschreiben lässt. Auch an der Seite von Loki und neurdings für Johnny Moto produziert der junge Mainzer meisterhaft Beatz.