Review: Retrogott aka Kurt Hustle & Kutmasta Kurt are Retromastas

20.November 2014, Farid

Ich habe wirklich überhaupt keine Ahnung, wie der Typ hieß der den Opener gemacht hat. Da diese Information jedoch auch nicht der Facebook-Veranstaltung zu entnehmen ist und MC XY verhältnismäßig blass und unspektakulär seine Stagetime verstreichen lies, sollte dieser auch keinerlei weitere Erwähnung finden.

 

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Die Rede ist vom 11. November diesen Jahres. Nein, wir feierten natürlich nicht den Beginn des Karnevall-Schwachsinns, sondern die Liveperformance der Retromastas. Auf die Kombination aus dem Retrogott aka Kurt Hustle und DJ- und Produzentenlegende Kutmasta Kurt freuten sich scheinbar nicht nur wir. Zu einem Dienstag Abend das Leipziger Conne Island voll zu bekommen grenzt zwar nicht an ein Wunder, ist aber in der Vergangenheit nicht immer geglückt. Im Fall der geballten Kurt-Offensive jedoch war das Publikum zahlreich vertreten und die Bude voll.

 

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Unterstützend hatten die beiden den von vielen Seiten stark unterschätzten Motion Man im Gepäck, der im Vorlauf eine sehr runde und abwechslungsreiche Show lieferte. Als dieser dann noch seinen von DJ Vadim produzierten Superhit „The Terrorist“ abfeuerte, merkte nun auch der letzte Unwissende wen man hier vor sich hatte. Das dieser dann beim Auftritt des Retrogottes die Bühne nicht verließ, sondern weiterhin fleißig ins Mic spuckte hatte nicht nur ausschließlich was mit dem gemeinsamen Track „Acknowledge“ zu tun, sondern weil der Motion Man (auch unter den Pseudonymen „Noggin Nodders“ und „Clifton Santiago“ bekannt) als Englischsprachiger, dem Deutschen nicht Mächtiger den Backup machte. Ich hätte dies nie für möglich gehalten, dass trotz fehlender Deutschkenntnisse der Nordkalifornier die Retromastas Show perfekt mitgestalten konnte.

 

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Auch wenn Kutmasta Kurt aussah wie DJ Rummel-Ronni aus Zwickau hat es der werte Herr immer noch in den Fingerspitzen. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich den 31-Jährigen hinter den Decks zu Anfang nicht erkannt habe. Asche über mein Haupt. Naja, wie dem auch sei. Mit dem retrogöttlichen Betreten der Bühne wurde es funky im Gebäude. Wie kein Zweiter schaffte dieser es Flowstrukturen zu switchen und auf Beats unterschiedlichster Genres und Geschwindigkeiten zu flexen. Im Mix aus den sechs Songs der Retromastas Scheibe und Tracks aus Solo- wie auch aus Huss & Hodn Veröffentlichungen führte uns der sprechende Anglerhut durch einen sehr unterhaltsamen Abend. Schön wars!

 

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Postskriptum: Schade, dass die bereits ausverkaufte Scheibe auch nicht mehr am Merchstand der Tour zu erwerben war. Aber so ist es nun mal in der Welt des schwarzen Plastiks. The early bird catches the worm…

 

Fotos: Jessy Nowarre

Text: Farid Kjazimi